Tagesfahrt zur Burg Querfurt und zur „Himmelsscheibe“ von Nebra am 25. Juli 2026

Unter der bewährten Leitung von Hans Mittmann fand am 25. Juli bei schönem Sommerwetter eine Eintagesfahrt zur Burg Querfurt und zur „Arche Nebra“ statt, an der zahlreiche Interessierte teilnahmen.

Besucht wurde zuerst die Burg Querfurt. Diese ist eine der ältesten, größten und schönsten Burgen Mitteldeutschlands auf einem Areal von 5 Hektar, siebenmal größer als die Wartburg! Bei einer ansprechenden Führung wurde den Teilnehmenden alles Wesentliche über die Burganlage dargelegt: Die ältesten Teile stammen aus dem 10. Jh. An Stelle einer ersten Burgkapelle wurde im 12. Jh. eine romanische Kirche zu Ehren des Hl. Brun errichtet. Dieser wurde auf der Burg als Sproß der Edelherren von Querfurt geboren, 1004 in Merseburg zum Erzbischof der Slawenmission geweiht, und 1009 im fernen Litauen mit seinen Gefährten erschlagen. Die Kirche wurde mehrfach umgebaut, und ihr hoher oktogonaler Turm über der Vierung scheint byzantinischen Einfluss zu vermitteln.

Die Burg wurde seit dem 10. Jh. ständig erweitert: Außer dem romanischen Palas mit einem großen Festsaal entstanden das Korn- und Rüsthaus, das Fürstenhaus (ursprünglich ein zweiter Palas) mit direktem Zugang zur Fürstenempore in der Kirche, und drei Türme: Der „Dicke Heinrich“ vom Ende des 12. Jh. hatte wohl ausschließlich eine abschreckende Wehrfunktion. Der „Marterturm“ war ein Wohnturm aus dem Beginn des 13. Jh. und kennzeichnet mit leicht spitzbogigen Fenstergewänden, aber noch rundbogigen Fenstern den Übergang von der Romanik zur Gotik. Als letzter kam Anfang des 14. Jh. der „Pariser Turm“ hinzu. Ringmauern, tiefe Gräben gewaltige Toranlagen und Bastionen dienten zur Verteidigung der Burg, deren Südfront besonders stark befestigt wurde, da diese nicht durch die Hanglage über der Stadt geschützt war.

Anschließend fand eine Mittagspause im lauschigen Biergarten eines griechischen Lokals statt.

Eine kurze Busfahrt brachte die Gruppe dann zur „Arche Nebra“. In dem futuristischen Museumsbau wird die ca. 3600 Jahre alte sog. „Himmelsscheibe von Nebra“ in einer Ausstellung zusammen mit anderen Funden von der Ausgrabungsstätte ausführlich präsentiert. Eigenwillige Vitrinen, Schautafeln und audiovisuelle Hilfsmittel machen die Bronzezeit, in der das Objekt entstand, erlebbar. Astronomische Details und der Versuch einer Entschlüsselung der auf der Scheibe dargestellten goldenen Elemente werden in einem Film im „Planetarium“ zusätzlich erläutert, lassen aber auch eigener Interpretation Raum. Der von Raubgräbern 1999 ausgegrabene Fund konnte nach einer längeren Odyssee 2002 mit polizeilicher Hilfe aus der Illegalität Vertretern des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle überreicht werden, in dem das Original der „Himmelsscheibe“ seitdem aufbewahrt wird.